53e4cbcb-8490-4779-9536-c0f380f2752b

Mit Kurzen Hosen zum Nordkap: Unsere Hurtigruten – Sommerreise

Wer bei „Nordkap im Sommer“ automatisch an Regenjacke, Mütze und zitternde Zähne denkt, der irrt sich diesmal gewaltig. Ende Juli ging es für uns wieder auf die wohl schönste Seereise der Welt – sieben Tage nordwärts bis zur Mitternachtssonne, sieben Tage zurück, und dazwischen: Fjorde wie aus dem Bilderbuch, ein verpasstes Schiff samt Mitternachtsrettung, frisch gefangene Königskrabben und so viel Sonne, dass wir am Ende tatsächlich mit arktischer Bräune nach Hause kamen.

Aufgezeichnet von unserer Reisebegleiterin Marion Neumann

KOSTENFREIE INFOVERANSTALTUNG in Kooperation mit dem Trierischen Volksfreund: 

Dienstag, 24. November: Hotel & und Restaurant EIFELBRÄU, Römermauer 36, 54634 Bitburg
Mittwoch, 25. November: Verlagshaus Trierischer Volksfreund, Hanns-Martin-Schleyer-Str. 8, 54294 Trier

Jeweils Einlass 18:30 Uhr, Beginn 19:00 Uhr

Teilnahme  nach vorheriger Anmeldung unter leserreisen@volksfreund.de oder 0651 7199-584 oder bei Scharff Reisen unter erlebnis@scharff-reisen.de.

Ab nach Norden

Früh morgens ging’s von Luxemburg über Amsterdam nach Bergen, und nach etwas Wartezeit am Gepäckband und dem Check-in im Hurtigruten-Terminal durften wir ab 18 Uhr endlich unsere Kabinen beziehen. Nach einem hervorragenden Buffet legte die NORDNORGE ab – und ab jetzt hieß es für sieben Tage nur noch: Norden, Norden, Norden.

Geirangerfjord und Jugendstil in Ålesund

Das erste Highlight ließ nicht lange auf sich warten: Bei strahlendem Sonnenschein schipperten wir durch den Geirangerfjord, und hinter jeder Biegung wartete ein neuer, noch schönerer Ausblick. Abends reichte es noch für einen kurzen Landgang in Ålesund, der hübschen Jugendstilstadt.

Trondheim: Dom, Altstadt und ein verpasstes Schiff

Donnerstagvormittag erreichten wir Trondheim. Mit dem Bus ging’s zum Nidarosdom – dem größten Dom Nordeuropas und wirklich beeindruckend anzusehen. Danach blieb noch Zeit, durch die Altstadt zu bummeln, wo im Sommer gefühlt jedes Straßencafé seine Stühle nach draußen stellt.

Für Aufregung sorgte die Abfahrt: Zwei aus unserer Gruppe verpassten das Schiff. Zum Glück fanden sie einen Flug und kletterten mitten in der Nacht wieder an Bord der Nordnorge. Passend dazu waren wir bei der Polarkreisüberquerung dann wieder vollzählig – und die meisten wurden mit eiskaltem Wasser getauft. Damit hatten wir Njord, den Meeresgott, für den Rest der Reise auf unserer Seite. Hat offenbar funktioniert.

Saltstraumen, Lofoten im Nebel, Sonnenschein in Tromsø

In Bodø besuchten einige den Saltstraumen, den stärksten Gezeitenstrom der Welt – die Rückmeldungen waren durchweg beeindruckt. Weiter ging’s Richtung Lofoten, wo das Wetter leider nicht mitspielte: Die traumhafte Inselwelt zeigte sich uns nur im Nebel.

Dafür legte Tromsø am Samstag mit Sonnenschein und Wärme nach. Viele besichtigten die Eismeerkathedrale, das Wahrzeichen der Stadt, ein paar fuhren mit der Seilbahn auf den Hausberg für den Traumblick, und auch die Innenstadt lud zum Bummeln ein.

Nordkap und die Mitternachtssonne

Am nächsten Tag stand das nächste Highlight an: das Nordkap. Bei klarer Sicht standen wir am nördlichsten Punkt des europäischen Festlands – ein Gefühl, das sich einfach nicht abnutzt. Weiter ging es über die spiegelglatte Barentssee nach Kirkenes, und unter unbewölktem Himmel zeigte sich die Mitternachtssonne in vollem Glanz. Bis Mitternacht an Deck sitzen und die magischen Himmelsfarben genießen – auch das ist ein ganz besonderes Gefühl.

Kirkenes selbst empfing uns ebenfalls mit Sonne und Wärme, was dort keineswegs selbstverständlich ist. Ich ging auf Königskrabben-Safari und war restlos begeistert – frischer werde ich Königskrabbe wohl nie wieder essen. Auch die anderen Ausflugsteilnehmer kamen begeistert zurück, ganz nah an der russischen Grenze. Kleine Randnotiz: Von Kirkenes aus liegen wir tatsächlich östlicher als Istanbul – kaum zu glauben, aber wahr.

Die Rückreise: Noch mehr Sonne, noch mehr Highlights

Ab Kirkenes ging es zurück Richtung Süden – aber die Höhepunkte waren noch lange nicht vorbei. Am Nordkap gingen diesmal einige zum Frühstück von Bord und schickten traumhafte Sonnenbilder zurück aufs Schiff. Auf dem Weg nach Hammerfest genossen wir die arktische Sonne tatsächlich in kurzen Hosen und Tops, und auch dort belohnte der Aussichtspunkt mit einem fantastischen Panorama. Berührt kehrten alle vom Mitternachtskonzert in der Domkirche von Tromsø zurück.

Ein Ausflugstag brachte die Gruppe dann auseinander: Die eine Hälfte fuhr per Bus über die Vesterålen, die andere über die Lofoten, ich selbst hatte die Seeadler-Safari gebucht. Alle kamen begeistert zurück, und keiner konnte sagen, welche Tour die bessere war. Diesmal spielte auch das Wetter über den Lofoten mit, sodass wir die Landschaft, die auf der Hinfahrt noch im Nebel verschwunden war, endlich auch vom Schiff aus bewundern konnten. Mit einem letzten Sonnenuntergang über der Lofotenwand verabschiedeten wir uns aus der Arktis.

Fjorde, Bar-Abende und die Atlantikstraße

Am nächsten Morgen überquerten wir südgehend den Polarkreis, diesmal bei etwas Regen – der sich aber auch an diesem Tag wieder auflockerte, sodass wir weiterhin draußen sitzen konnten, während wir durch wunderschöne Landschaften und Fjorde fuhren. In Brønnøysund gab es nur einen kurzen Stopp – der Ort selbst ist, ehrlich gesagt, nicht sonderlich sehenswert.

Fast jeden Abend traf sich die Gruppe zur großen Runde in der Bar, und das waren einige der schönsten Stunden der Reise. Ein Tipp am Rande: Das All-inklusive-Trinkpaket an Bord lohnt sich wirklich – ohne kann es an Bord ziemlich teuer werden.

An Tag 11 folgte ein kurzer, gemütlicher Stopp in Kristiansund, von wo aus einige die Atlantikstraße befuhren – eine der außergewöhnlichsten Straßen der Welt.

Ankunft in Bergen

Am letzten Tag verließen wir das Schiff nachmittags in Bergen – und die „Regenhauptstadt Europas“ machte ihrem Namen mit strömendem Regen alle Ehre, wobei zum Glück auch trockene Abschnitte dabei waren. Eine letzte Nacht durften wir noch in Bergen verbringen, und viele nutzten sie für eine Fahrt mit der Fløibahn auf den Hausberg Fløyen, von wo man einen tollen Blick auf die Stadt und das Hurtigruten-Terminal hat. Sonntagnachmittag ging es dann über Amsterdam zurück nach Luxemburg.

Mein Fazit

Es war wieder eine wunderbare Reise mit einer herrlich harmonischen Gruppe – wir verstanden uns von der ersten Minute an und hatten jede Menge Spaß. Dass wir dabei auch noch mit traumhaftem Wetter verwöhnt wurden, war das i-Tüpfelchen: So viel Sonne und Wärme sind in Norwegen wahrlich nicht garantiert. Wir kamen mit echter arktischer Bräune nach Hause.

Eine Seereise mit Hurtigruten kann ich – im Sommer wie im Winter – von Herzen empfehlen.

Kundenfotos

Einige Mitreisende haben uns Ihre Bilder zur Verfügung gestellt – Vielen Dank!