Namibia auf eigene Faust – ein Reisebericht.
Ende April durfte ich Namibia auf einer zweiwöchigen Inforeise bereisen, und zwar mit dem eigenen Mietwagen. Der Direktflug mit Discover Airlines ab Frankfurt verlief entspannt, sodass das Abenteuer direkt nach der Landung in Windhuk beginnen konnte. Nach der Übernahme des Mietwagens wurde mir zunächst alles genau erklärt und dann hieß es: selbst fahren in Namibia. Anfangs noch mit etwas Respekt, entwickelte sich schnell pure Begeisterung. Die Straßen sind vielerorts gut zu fahren, der Verkehr überschaubar und die Freiheit, jederzeit anhalten zu können, macht diese Reiseform besonders spannend.
Aufgezeichnet von Anna Hirschberg
Die erste Etappe führte entspannt in Richtung Kalahari, ideal, um sich mit Fahrzeug und Fahrweise vertraut zu machen. Ziel war die wunderschöne Bagatelle Kalahari Game Ranch, eine Lodge, die sofort begeistert. Besonders beeindruckend war die Cheetah Excursion. Bagatelle engagiert sich gemeinsam mit dem Cheetah Conservation Fund für den Schutz von Geparden und bietet mehreren Tieren, die in der Wildnis nicht überlebensfähig wären, ein geschütztes Zuhause. Die Tiere aus nächster Nähe zu erleben, war ein ganz besonderer Moment. Für viele Lacher sorgte außerdem Bobby, ein erstaunlich zutrauliches Kudu, das rund um den Pool permanent auf Futtersuche war. Während die Mitarbeiter eher weniger begeistert über seine kleinen Diebstähle waren, hatten wir Gäste ihn sofort ins Herz geschlossen.

Zauber der Wüste: Namib & Kalahari
Weiter ging es in die Namib. Was mich dort am meisten begeistert hat: wie unglaublich grün Namibia war. Teilweise hätte ich kaum geglaubt, mich in einem der trockensten Länder Afrikas zu befinden. In den vorangegangenen Tagen hatte es viel geregnet und alles blühte. Früh am nächsten Morgen startete ich noch vor Sonnenaufgang Richtung Dune 45. Die Besteigung im ersten Licht des Tages war ein echtes Highlight. Anschließend ging es weiter ins Dead Vlei und nach Sossusvlei. Zwischen dem roten Sand sprossen überall grüne Pflanzen hervor. Diese Kombination aus roten Dünen, weißer Lehmpfanne und frischem Grün war schlicht einzigartig.
Am Abend folgte eine Sundowner-Fahrt durch die Namib. Die rot-grüne Landschaft wirkte fast surreal, und der Sonnenuntergang gehörte ohne Zweifel zu den schönsten, die ich je erlebt habe. Das Rot des Sandes, die grünen Pflanzen und der blaue Himmel, der sich mit untergehender Sonne immer mehr Orange färbte, war ein traumhaftes Farbspiel.







Danach führte die Reise nach Swakopmund, ein charmantes Küstenstädtchen mit spürbarem deutschem Einfluss. Spaziergänge entlang der Promenade, Sonnenuntergang am Atlantik und ein Abendessen in einem der Fischrestaurants direkt am Wasser machten diesen Aufenthalt besonders. Frischer Fisch, ein gutes Glas Wein und Meeresrauschen im Hintergrund, viel besser geht es kaum.
Wüste trifft Ozean – Swakopmund
Ein absolutes Highlight rund um Swakopmund war außerdem die Katamaranfahrt in Walvis Bay. Schon nach etwa 30 Minuten kam es zu einem Moment, mit dem niemand gerechnet hatte: Ein Wal tauchte direkt vor unserem Boot auf und war beim Fressen zu beobachten. Immer wieder sprang er aus dem Wasser, ein wirklich emotionales Erlebnis, zumal die eigentliche Walsaison noch gar nicht begonnen hatte. Dazu kamen neugierige Pelikane, mit denen natürlich sofort Fotos gemacht wurden, und mehrere Delfine, die spielerisch neben dem Katamaran herschwammen.





Im Anschluss ging es direkt weiter zur Sandwich Harbour Tour und spätestens dort stieg der Adrenalinpegel deutlich an. Mit den Geländewagen ging es durch hohe Dünenlandschaften, teils direkt an steilen Sandhängen entlang, während auf der anderen Seite der Atlantik zu sehen war. Immer wieder ging es steil hinauf und scheinbar fast senkrecht wieder hinunter. Der Fahrer meisterte die Passagen mit beeindruckender Präzision, während sich vor uns eine Landschaft eröffnete, die kaum spektakulärer sein könnte: riesige Sanddünen, die direkt auf das Meer treffen, endlose Weite und ständig wechselnde Lichtstimmungen. Genau dieser Kontrast aus rauem Atlantik und goldenen Dünen macht Sandwich Harbour so faszinierend. Und dann plötzlich sprang doch erneut ein Wal direkt am Ufer mehrfach aus dem Wasser. Das Glück war an diesem Tag wirklich auf unserer Seite.
Weiter Richtung Norden
Anschließend ging es weiter Richtung Ohorongo. Unterwegs fand ich zwar die Hinterlassenschaften der Wüstenelefanten, die Tiere selbst wollten sich jedoch leider nicht zeigen. Dafür entschädigte die Ohorongo Lodge umso mehr: traumhafte Zimmer, hervorragendes Essen, unglaublich herzliche Mitarbeiter und ein Pool mit direktem Blick auf das Wasserloch, an dem sich ständig Tiere versammelten.

Das absolute Highlight wartete jedoch am nächsten Morgen: ein Nashorn-Tracking zu Fuß. Gemeinsam mit zwei Trackern und einem Guide ging es mehrere Stunden durch das Reservat, Spuren lesen, Windrichtungen prüfen, Ausschau halten. Zwischendurch kletterte der Guide sogar auf einen Baum, um die Tiere zu lokalisieren. Abenteuergefühl pur. Schließlich stand ich tatsächlich vor Spitzmaulnashörnern. Diese Tiere, die leider massiv vom Aussterben bedroht sind, in ihrer natürlichen Umgebung erleben zu dürfen, war ein unglaublicher Moment. Am Nachmittag folgte noch eine Pirschfahrt mit Giraffen, Kudus, Oryx-Antilopen, Springböcken und zahlreichen Vogelarten, bevor der Tag bei einem Sundowner am Wasser ausklang.
Unterwegs im Etosha Nationalpark
Weiter ging es zum Etosha-Nationalpark. Bereits bei einer Pirschfahrt im privaten Reservat unserer Lodge sah ich erneut Nashörner, diesmal Breitmaulnashörner. Am nächsten Tag stand dann Etosha auf eigene Faust auf dem Programm. Nur wenige Minuten nach der Einfahrt beim Gate wartete bereits der erste absolute Gänsehautmoment: sieben Löwen an ihrer Beute direkt neben der Straße. Ein unglaubliches Erlebnis. Auch Etosha präsentierte sich ungewöhnlich grün und wunderschön. Landschaftlich ein Traum, für Tierbeobachtungen allerdings etwas herausfordernder, da es viel Wasser und dichte Büsche gab. Mein großes Ziel waren Elefanten. Lange ohne Erfolg, bis schließlich, nur etwa einen Kilometer vor dem Gate beim Verlassen des Parks, ein Elefant direkt vor meinem Fahrzeug die Straße überquerte. Perfekter hätte dieser Moment nicht sein können.








Zum Abschluss ging es zurück nach Windhoek, wo ich mich mit unseren langjährigen Partnern vor Ort traf. Bei einem gemeinsamen Grillabend wurden neue Ideen für kommende Reisen besprochen, Unterkünfte bewertet und Abläufe geprüft. Genau solche Inforeisen sind für uns als Afrika-Spezialist enorm wichtig: Wir möchten unsere Destinationen nicht nur verkaufen, sondern selbst erleben, Leistungsträger persönlich kennen und unsere Gäste aus eigener Erfahrung ehrlich und kompetent beraten können.
Viel zu schnell hieß es dann Abschied nehmen und Rückflug nach Deutschland.
Mein persönliches Fazit
Namibia eignet sich hervorragend für Selbstfahrerreisen. Die Kombination aus Freiheit, spektakulären Landschaften und intensiven Naturerlebnissen macht diese Reiseform einzigartig. Wer Afrika individuell und gleichzeitig sicher entdecken möchte, findet in Namibia eines der schönsten Ziele überhaupt.
Unsere TOP-7 in Namibia
- Nashorn-Tracking zu Fuß
- Löwen, Elefanten & Giraffen im Etosha-Nationalpark
- Katamaranfahrt mit Wal-, Delfin- und Pelikanbeobachtung
- Abenteuerliche Sandwich Harbour Dünen-Tour
- Atemberaubende Dünenlandschaften im Sossusvlei
- Traumhafte Lodges & spektakuläre Sundowner
- Fahrspaß in Namibia
