
Reisebericht aus dem Westen der USA: Von Hollywood bis Las Vegas
Zwei Wochen, rund 2.300 Kilometer und eine Landschaft, die sich fast täglich neu erfindet: Unsere Rundreise durch den Südwesten der USA führte uns von den Filmstudios Hollywoods über die Wüsten Kaliforniens und Arizonas bis zu den berühmten Nationalparks Utahs – und zum großen Finale nach Las Vegas. Hier die Highlights unserer kleinen Reisegruppe.
21.05. – 05.06.2026 | Reisebericht aufgezeichnet von Stefan Niessner
Ankunft in Hollywood
Mit dem Condor-Direktflug ging es entspannt (Premium Economy sei an dieser Stelle jedem empfohlen, der die vielen Stunden über dem Atlantik etwas angenehmer verbringen möchte) nach Los Angeles. Unser Quartier, das Hollywood Celebrity Hotel, liegt nur wenige Schritte vom Walk of Fame, dem Dolby Theatre und dem TCL Chinese Theatre entfernt – eine Lage, für die ich das Haus immer wieder empfehlen kann. Zum Einstand gab es amerikanisches Diner-Feeling bei Mel’s Drive-In, bevor am nächsten Tag das eigentliche Sightseeing-Programm begann: Santa Monica Pier, die Kanäle von Venice, der Rodeo Drive in Beverly Hills – und am Abend ein echter Zufallsfund, die Pizzeria L’Antica da Michele mit neapolitanischen Wurzeln bis ins Jahr 1870, versteckt hinter einer unscheinbaren Fassade mitten in Hollywood.

San Diego und der Sprung in die Wüste
Über das Griffith Observatory mit Blick auf das Hollywood Sign verabschiedeten wir uns von Los Angeles und fuhren die Küste entlang nach San Diego. Dort stand ein Besuch der USS Midway auf dem Programm – ein Museumsflugzeugträger, auf dem ehemalige Soldaten als Guides arbeiten und aus erster Hand von ihrer Zeit bei der Marine erzählen. Genau solche Begegnungen machen aus einem Museumsbesuch ein echtes Erlebnis.

Danach änderte sich das Bild schlagartig: Über die älteste kalifornische Mission San Diego de Alcalá und das hübsche Goldgräberstädtchen Julian (berühmt für seine Apple Pies) ging es hinein in die Wüste. Ein Stopp, den ich künftig eher streichen würde, war der Salton Sea – der See hat sich inzwischen so weit zurückgezogen, dass von seiner einstigen Wirkung kaum noch etwas übrig ist. Umso beeindruckender dafür die Imperial Sand Dunes am nächsten Tag: endlose, helle Sandflächen bis zum Horizont, ein echter Fotostopp.
Route 66, Esel und die London Bridge mitten in der Wüste
Kaum ein Ort auf dieser Reise hat uns so überrascht wie Lake Havasu City – denn dort steht, mitten in der Wüste Arizonas, die echte London Bridge. Ende der 1960er-Jahre Stein für Stein aus London abgebaut und in den USA wieder aufgebaut, verbindet sie heute einen künstlich angelegten Kanal mit einer Insel. Kurios, aber definitiv einen Umweg wert.




Noch skurriler ging es tags darauf auf der legendären Route 66 zu: Im ehemaligen Goldgräberort Oatman liefen uns die eigentlichen Stars des Ortes über den Weg – frei herumlaufende Esel, Nachfahren der einstigen Lasttiere der Minenarbeiter, die heute völlig selbstverständlich zwischen Geschäften und Touristen über die Hauptstraße spazieren. Am Abend ließen wir den Tag standesgemäß im Palace Restaurant & Saloon in Prescott ausklingen – einem historischen Saloon, in dem einst schon Wyatt Earp verkehrte.
Sedona, Grand Canyon und Bryce Canyon
Die roten Felsen von Sedona, eingebettet in den Coconino National Forest, gehörten für viele in unserer Gruppe zu den landschaftlichen Höhepunkten der gesamten Reise. Kurz danach folgte der unbestrittene Star der Rundreise: der Grand Canyon. Zwei Teilnehmer erlebten ihn aus der Luft bei einem Helikopterflug, der Rest der Gruppe vom Boden aus entlang der Aussichtspunkte Mather Point, Grandview Point und Desert View mit seinem markanten Watchtower – jeder Blickwinkel ein eigenes Bild.






Die North Rim des Canyons blieb uns leider verwehrt, da die Aussichtspunkte nach dem großen Waldbrand 2025 noch gesperrt waren. Umso schöner der Ausgleich: der Bryce Canyon mit seinen unzähligen orangeroten Hoodoos, den wir bei einer leichten Wanderung entlang des Rim Trail über Inspiration Point, Sunset Point und Sunrise Point erkundeten. Am Abend sorgte eine Live-Band beim Westernabend im Ebenezer’s Barn & Grill für beste Stimmung in der ganzen Gruppe.
Zion, Grafton Ghost Town und die Fahrt nach Las Vegas
Die Einfahrt in den Zion-Nationalpark von Osten – vorbei an gewaltigen Sandsteinwänden und durch den historischen Zion-Mount-Carmel-Tunnel – zählte zu den eindrucksvollsten Streckenabschnitten der Reise. Einen ruhigen Kontrast dazu bot die Grafton Ghost Town, eine 1859 von Mormonen gegründete und längst verlassene Siedlung mit einem stillen historischen Friedhof, der sehr unmittelbar vom harten Leben der frühen Siedler erzählt.

Auf dem Weg nach Las Vegas machte sich der Klimawandel deutlich bemerkbar: Sowohl am Lake Mead als auch am Hoover Dam zeigen helle Ablagerungen an den Felswänden, wie stark der Wasserspiegel in den vergangenen Jahren gesunken ist – ein eindrückliches, wenn auch nachdenklich stimmendes Bild.
Las Vegas zum Abschluss
Nach den stillen Weiten der Nationalparks war der Kontrast kaum größer: Verkehr, Casinos, Reklametafeln – Las Vegas eben. Unser Hotel, das Tuscany Suites & Casino, bot mit seiner toskanisch anmutenden Gartenanlage einen überraschend ruhigen Rückzugsort abseits des Trubels. Den letzten vollen Tag nutzten wir für das volle Strip-Programm: Venetian mit seinen Kanälen und Gondeln, die historische Fremont Street mit ihrer gewaltigen LED-Überdachung, die drehende Bar im Binion’s, Caesars Palace, New York-New York, Luxor – und natürlich das obligatorische Foto am „Welcome to Fabulous Las Vegas“-Schild.




Am Flughafen wartete zum Abschluss noch eine kleine Pointe: Einer unserer Teilnehmer wagte kurz vor dem Rückflug einen letzten Versuch am Spielautomaten – und gewann tatsächlich. Ein passender Schlusspunkt für zwei Wochen voller Landschaften, Geschichten und Erlebnisse, bevor es mit dem Condor-Nachtflug zurück nach Frankfurt ging.
Unser Rundreise führte durch Kalifornien, Arizona, Utah und Nevada – von Metropolen wie Los Angeles und Las Vegas über die legendäre Route 66 bis zu den Nationalparks Grand Canyon, Bryce Canyon und Zion. Ise haben Interesse an dieser oder einer ähnlichen Reise? Wir beraten Sie gerne und stellen Ihnen auch gern Ihre individuelle Traumreise in Kanada oder den USA zusammen.
PS: Im Februar 2027 begleitet unser USA-Experte Stefan Niessner eine Rundreise durch Florida – eine wunderbare Alternative zum grauen Winter in Mitteleuropa ;-)!
Im Sommer steht dann der Westen der USA: Von Denver nach Salt Lake City im Mittelpunkt seiner begleiteten Kleingruppenreise.
