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Reisebericht Tansania: Ein Gepard und die Mara-Flussüberquerung

Ein Gepard auf dem Safarifahrzeug, Löwinnen am Camp-Pool und eine Flussüberquerung der Great Migration am Mara: Im September begleitete ich unsere Tansaniareise – und sie wurde für mich zur bisher schönsten Afrikareise.

Im September durfte ich unsere diesjährige Tansaniareise begleiten und obwohl ich schon viele Safaris und Afrikareisen erleben durfte, sollte diese Reise für mich etwas ganz Besonderes werden.

Mit vier Teilnehmern starteten wir mit Ethiopian Airlines Richtung Ostafrika. Nach dem Nachtflug landeten wir in Tansania und waren sofort mittendrin: im ostafrikanischen Straßenchaos, zwischen Motorrädern, Kleinbussen, Händlern und dem bunten Treiben am Straßenrand. Unser erstes Ziel war Arusha. Mitten in der lebhaften Stadt erwartete uns mit der Arumeru River Lodge eine grüne Oase, in der wir erst einmal ankommen und uns auf das einstimmen konnten, was vor uns lag.

Elefanten, Löwen und der erste Abend in der Wildnis

Nach einem kurzen Briefing mit unserem Guide Samson machten wir uns auf den Weg in den etwa drei Stunden entfernten Tarangire Nationalpark. Der Park ist vor allem für seine großen Elefantenherden bekannt. Nur wenige Minuten nach unserer Einfahrt in den Park entdeckten wir einen Löwen. Und dieser lag nicht etwa im Gras, sondern schlief ganz entspannt auf einem Baum.

Es folgten Zebras, Gnus und verschiedene Antilopenarten, bis wir schließlich am Tarangire-Fluss auf eine Elefantenherde trafen.

Nach einem Mittagessen mit fantastischem Blick über die Landschaft ging unsere Pirschfahrt noch ein Stück weiter, bevor wir am Nachmittag unsere nächste Unterkunft bei Karatu, die Bashay Rift Lodge, erreichten.

Nach all den Eindrücken genossen wir ein erfrischendes Kilimanjaro-Bier und schauten uns den Sonnenuntergang an.

Hinunter in den Ngorongoro-Krater

Am nächsten Morgen stand eines der berühmtesten Naturwunder Tansanias auf dem Programm: der Ngorongoro-Krater. Der riesige ehemalige Vulkankrater gilt als größte ununterbrochene Caldera der Welt und bietet durch seine besondere Landschaft einer außergewöhnlichen Vielfalt an Wildtieren einen Lebensraum.

Eigentlich wollten wir die Aussicht vom Kraterrand genießen. Eigentlich. Der Nebel hatte andere Pläne. Von der berühmten Aussicht war zunächst praktisch nichts zu sehen. Also machten wir uns auf den Weg hinunter in den Krater und fuhren an der Grzimek-Gedenkstätte vorbei.

Unten angekommen änderte sich das Bild komplett. Riesige Herden von Gnus und Zebras zogen durch die Ebene. Wir sahen Elefanten, Löwen und sogar die im Krater lebenden Nashörner. Diese Landschaft mit ihren offenen Ebenen und den steilen Kraterwänden im Hintergrund ist schwer zu beschreiben, man muss sie eigentlich selbst gesehen haben.

Unser Mittagessen war ebenfalls etwas Besonderes. Abseits des großen Trubels genossen wir ganz privat ein Picknick mit Barbecue.

Am Abend erreichten wir das Olduvai Camp. Gemeinsam mit einem Massai spazierten wir zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Camps. Dort beobachteten wir, wie die Sonne langsam über der scheinbar endlosen Landschaft unterging.

Willkommen in der Serengeti

Dann ging es weiter in den wohl bekanntesten Nationalpark Tansanias: die Serengeti. Der Name Serengeti wird häufig mit „endloses Land“ oder „endlose Ebene“ übersetzt und genau so fühlte es sich an. Weite Landschaft, soweit das Auge reicht.

Schon bald sahen wir zwei Hyänen, mehrere Löwen und Elefanten.

Doch dann kam mein persönliches Highlight: Wir entdeckten einen Geparden. Dieser Gepard war allerdings nicht besonders schüchtern, ganz im Gegenteil. Er kam immer näher an unser Fahrzeug heran und entschied irgendwann, dass unser Auto offenbar der perfekte Aussichtspunkt für ihn war. Und plötzlich saß ein wilder Gepard auf unserem Safarifahrzeug.

Unser Guide Samson blieb völlig entspannt und sagte mir, ich könne aufstehen und ein Selfie machen. Ich war etwas skeptisch, aber da ich bei uns für das Social Media zuständig bin, dachte ich mir: allein aus Marketinggründen muss ich das tun.

Und tatsächlich habe ich mich getraut, ein Selfie zu machen. Mit einem wilden Geparden. Mitten in der Serengeti.

Wenn plötzlich Löwen am Pool wohnen

Als wir im Togoro Plains Camp ankamen, erfuhren wir zunächst, dass der Pool momentan geschlossen sei. Der Grund war allerdings nicht technischer Natur. Vier Löwinnen hatten es sich dort mit ihren Jungtieren gemütlich gemacht.

Ein Massai begleitete uns zu unserem Zelt. Kurze Zeit später kam er wieder zurück und fragte mich: „Do you want to see a lion?“ Na klar wollte ich!

Also ging ich mit ihm und wenige Augenblicke später stand ich ungefähr 30 Meter von einer wilden Löwin entfernt. Unfassbar!

Am Abend hörten wir dann plötzlich das tiefe Brüllen eines männlichen Löwen. Zunächst konnten wir ihn nur hören. Später sahen wir ihn durch die Umgebung des Camps streifen. Genau in solchen Momenten wird einem bewusst, wo man eigentlich gerade ist. Hier gibt es keine Zäune, hinter denen die Wildnis beginnt.

Man ist mittendrin.

Und als wir am nächsten Morgen zum Frühstück gebracht wurden, lag nur wenige Meter vom Frühstücksbereich entfernt schon die nächste Löwin entspannt auf einem Stein. Wir konnten unser Glück langsam selbst nicht mehr fassen.

Die großen Herden des Nordens

Unsere Reise führte uns anschließend immer weiter in den Norden der Serengeti. Und mit jedem Kilometer wurden es mehr: Gnus. Hunderte, später Tausende.

Im September befinden sich große Teile der berühmten Great Migration im Norden der Serengeti und im angrenzenden Mara-Gebiet. Auf der Suche nach Wasser und frischem Gras ziehen die riesigen Gnu- und Zebraherden im Laufe des Jahres durch das Serengeti-Mara-Ökosystem. Der genaue Verlauf ist immer von den Niederschlägen abhängig, die Natur hält sich schließlich an keinen Fahrplan.

Neben den riesigen Herden begleiteten uns Elefanten, Giraffen und schließlich sogar ein Leopard auf unserem Weg.

Unsere nächste Unterkunft war das Mara River Post und spätestens am Infinity Pool hätte ich vermutlich auch einfach ein paar Tage sitzen bleiben können. Von dort blickten wir direkt auf den Mara-Fluss. Während wir am Pool saßen, spielten Elefanten am Wasser, Gnus zogen vorbei und Giraffen kamen zum Trinken. Man wusste teilweise gar nicht, wohin man zuerst schauen sollte.

Ein Traum geht in Erfüllung: die Mara-Flussüberquerung

Am nächsten Tag sollte schließlich etwas passieren, von dem ich schon lange geträumt hatte. Wir wollten versuchen, eine Überquerung des Mara-Flusses zu erleben. Wer die Great Migration kennt, weiß: Eine Flussüberquerung lässt sich nicht bestellen. Es gehört viel Geduld dazu und vor allem eine ordentliche Portion Glück. Aber Glück hatten wir auf dieser Reise offensichtlich genug.

Wir waren erst wenige Minuten am Fluss, als plötzlich Bewegung in die Herde kam. Die ersten Tiere liefen los. Und dann ging alles ganz schnell. Hunderte Gnus und Zebras stürmten zum Wasser. Staub wirbelte auf, Wasser spritzte meterhoch und die Geräuschkulisse war unglaublich. Überall Tiere, Rufe, Hufe und Bewegung. Zum Glück konnten wir keine Krokodile im Wasser entdecken. Denn auch wenn all das vollkommen natürliche Abläufe sind, fiebert man in diesem Moment mit jedem einzelnen Tier mit.

Bei meiner vorherigen Tansaniareise hatte ich die Migration verpasst. Eine Mara-Flussüberquerung einmal selbst zu erleben, stand deshalb sehr weit oben auf meiner persönlichen Wunschliste.

Und als ich nun tatsächlich davorstand, muss ich zugeben: Ich hatte Tränen in den Augen. So etwas kennt man aus Dokumentationen, aus Bildern oder aus Erzählungen. Aber dort selbst zu stehen und dieses Naturschauspiel live zu erleben, ist etwas völlig anderes. Das werde ich nie vergessen.

Wie im „König der Löwen“

Zum Abschluss unserer Safari fuhren wir noch weiter Richtung kenianische Grenze und Masai Mara. Irgendwann standen wir mit unserem Fahrzeug mitten in einer riesigen Ebene. Und dann mussten wir eigentlich gar nichts mehr machen. Nur schauen.

Überall waren Tiere. Hunderte Gnus und Zebras verteilten sich in der Landschaft. Dazwischen Giraffen, Elefanten, Impalas und Wasserböcke. Plötzlich entdeckten wir Löwen und irgendwo saß noch eine Hyäne auf einer kleinen Erhebung. Natürlich standen nicht alle Tiere friedlich nebeneinander für unser perfektes Foto. Aber die Ebene war so weit, dass wir sie alle gleichzeitig sehen konnten.

Ich musste sofort an die Szene aus „Der König der Löwen“ denken, in der Simba geboren wird und sich scheinbar sämtliche Tiere der Savanne versammeln. Genau so fühlte es sich an.

Tansania hat mich wieder einmal überrascht

Für unsere Teilnehmer ging die Reise anschließend noch für einige entspannte Tage auf Sansibar weiter. Für mich hieß es dagegen Abschied nehmen.

Mit einem kleinen Flugzeug flogen wir aus der Serengeti zurück nach Arusha. Und selbst aus der Luft begleitete uns noch einmal die Migration. Unter uns konnte man die riesigen Gnuherden erkennen und bekam erst aus dieser Perspektive eine Vorstellung davon, welche Dimensionen dieses Naturschauspiel tatsächlich hat.

Dann ging es für mich zurück nach Frankfurt.

Ich habe mittlerweile viele Safaris gemacht und einige Länder Afrikas bereist. Und trotzdem kann ich nach dieser Reise sagen: Diese Tansaniareise war für mich bisher die schönste.

Vielleicht hatten wir außergewöhnlich viel Glück. Vielleicht war es die Kombination aus Landschaft, Tierbeobachtungen, Unterkünften und unserer kleinen Gruppe. Wahrscheinlich war es von allem etwas.

Der Gepard auf unserem Auto. Die Löwinnen mitten im Camp. Das Brüllen eines Löwen in der Dunkelheit. Tausende Gnus in der Ebene. Die Überquerung des Mara-Flusses. Es gab auf dieser Reise so viele Momente, bei denen ich dachte: Das kann jetzt eigentlich nicht mehr getoppt werden.

Aber genau das habe ich über Afrika schon häufiger gesagt. Und Afrika hat mich bisher immer wieder eines Besseren belehrt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Kontinent mich nicht mehr loslässt.


Wer Tansania selbst erleben möchte, hat im kommenden Jahr wieder die Möglichkeit, mit uns auf Safari zu gehen. Dabei reisen wir ganz bewusst in einer sehr kleinen Gruppe mit mindestens vier und maximal sechs Teilnehmern. So bleibt die Reise persönlich, flexibel und vor allem eines: weit entfernt von einer klassischen großen Gruppenreise. Wir beraten Sie gerne.

Und wer weiß, vielleicht wartet irgendwo in der Serengeti schon der nächste Gepard auf unserem Safarifahrzeug.