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Namibia Hautnah Tag 8 " Auf dem Weg zu den Himbas"

Heute kann ich nur sagen, Abenteuer Afrika ! 

Vieles kommt immer anders als man denkt, oder plant ­čÖé 
Fr├╝h morgens besichtigten wir mit Ranger die Felsgravuren von Twyfelfontein. Diese, mittlerweise unter Unesco World Heritage gef├╝hrten Gravuren sind bis zu 6000 Jahre alt. Durch das trockene Klima auch noch sehr gut erhalten. Wir kletterten und spazierten durch das Gebiet und erhielten an verschiedenen Steinen immer wieder Erkl├Ąrungen zu den einzelnen Gravuren. Hochinteressant und auch ein netter Fr├╝hsport. Es war bereits morgens sehr heiss. 
Danach machten wir uns auf den Weg ins Kaokeveld, eines der wildesten und abgelegendsten Gegenden Namibias. Aber somit auch urspr├╝nglich und wundersch├Ân. Eine lange Fahrt lag vor uns und die ersten Pistenkilometer ware leider nicht von bester Beschaffenheit. Ich dachte hoffentlich gibt es jetzt nicht eine Reifenmeldung nach der anderen. Aber das blieb Gott sei Dank aus. 
Wieder einmal wundersch├Âne Landschaften waren unsere st├Ąndigen Begleiter. Von hinten h├Ârte man in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden „Harald f├Ąhrt, alles gut“ und alles lief sehr geschmeidig. 
Unsere Mittagspause nahmen wir an einem kleinen Flusslauf ein. Hier konnten wir noch sehen , wie Einheimische mit Wasserpumpe und Schlauch das Wasser in Kanister pumpten. Wir gaben diesen Drei Jungs etwas zu essen und zu trinken, wor├╝ber sie sich sehr freuten und dieses auch sofort verspeisten. 
Weiter ging es in Richtung Sesfontein. Als wir dort ankamen sahen wir, dass die Strasse gesperrt war mit dem Hinweis Sprengungen!! Ich fuhr ein St├╝ck hinein um zu sehen ob es wirklich so ist, bis mir dann ein Himba-Junge mit H├Ąnden und F├╝├čen mitteilte das eine Weiterfahrt keinen Sinn macht, da es keine Strasse mehr dort gibt. Also mussten wir umkehren und einen Umweg fahren (was leider wieder 60 KM mehr bedeutete – also eine Stunde) . 
Wir fuhren zur├╝ck und nahmen eine andere Strasse, die aber leider von der Beschaffenheit wesentlich schlechter war. Die ersten 50 KM ging es an Flussbetten vorbei ├╝ber groben Schotter mit ziemlich vielen kleinen Felsbrocken. Ich war der festen ├ťberzeugung, dass wir hier vielen Reifenpannen haben werden. Die Landschaft war wundersch├Ân und die Fahrer waren gefordert. Als die Strasse besser wurde kam der Funkspruch von hinten , Platten vorne links. Drei Autos fuhren zur├╝ck und der Reifen wurde dann in einer Spitzen Geschwindigkeit vereint gewechselt. Froh ├╝ber nur einen Platten machten wir uns weiter auf gro├če Fahrt. Es waren noch ca. 150 KM zu fahren (also 2 Stunden) und es war bereits 1700 Uhr. Ich wollte unbedingt vor Sonnenuntergang die Lodge erreichen, denn nachts die Pad befahren ist absolut nicht ratsam und auch nicht ungef├Ąhrlich (wegen unbeleuchteter Fahrzeuge und Wild) . Pl├Âtzliche kam von einem Auto die Meldung kein Sprit mehr. Was f├╝r ein Schreck, denn alle Fahrzeuge hatten noch den zweiten Tank fast voll. Kein Sprit mitten in der Pampa , war nat├╝rlich keine gute Kombination. Ich traf einen Herero Mann und fragte ihn ob man hier irgendwo Diesel kaufen kann. es gab immer wieder vereinzelnd H├╝tten. Er teilte mit mit, dass im n├Ąchsten Dorf ein kleiner Shop w├Ąre, die auch Diesel verkauften. Ich fuhr also zu dem kleinen Shop aber leider hatten diese nur Benzin. 
Also musste eine andere Entscheidung getroffen werden. 
Jetzt war ich umso mehr froh, dass Bernd dabei war !
Wir entschieden in unserem Auto, dass er hier bleibt, ich mit den anderen zur Lodge fahre und ihn dann wieder abhole. F├╝r ihn war das kein Problem – Danke Bernd !
Bedeutete f├╝r uns Nachtschicht. Wir teilten also Gep├Ąck und Passagiere in den andere Fahrzeugen auf, gaben Bernd Wasser und Zigaretten und ich versprach ihm schnell wieder da zu sein, was aber im Normalfall nicht vor 3 Stunden sein kann. Bernd machte es sich auf der Motorhaube bequem. 
Wir fuhren dann weiter in Richung Lodge. Nach ca. 1 Stunde Fahrt gelangten wir in ein kleines Dorf mit einem Shop. Ich hielt an und fragte nach ob sie Diesel zu verkaufen h├Ątten. Gott sei Dank, sie hatten Diesel zu verkaufen , und machten sicherlich das Gesch├Ąft ihres Lebens (hahaha)
Wir entschieden nun, dass Helmut und Ute vorne weg fuhren und mit den anderen sich zur Lodge bewegten (Danke Helmut und Ute). Ute machte den Reiseleiter und wie ich h├Ârte, gab es auf der Fahrt dann regen Funkverkehr.  Ich kaufte 25 Liter Diesel und machte mich zur├╝ck zu Bernd. Das Tanken war abenteuerlich, denn der Diesel wurde mit Schlauch und per Mund von den Jungs angesaugt und dann in einem Kanister abgef├╝llt. Als der Kanister voll war, stellte man fest, dass kein passender Deckel vorhanden war. Also musste improvisiert werden. Wir nahmen Plastikt├╝ten und wickelten diese um die ├ľffnung bis ein gro├čer  Deckel passte. Vorsichtiges fahren war angesagt, denn ansonsten w├Ąre bei Bernd kein Diesel mehr da gewesen. Zwei Jungs , Michael und Numba wollten unbedingt mit mir fahren. Ich lud sie in mein Auto und wir machten uns zur├╝ck auf den Weg zu Bernd. Als wir dort ankamen, sa├č er gem├╝tlich auf der Motorhaube. Die Jungs versuchten das Auto zu betanken, was gar nicht sei einfach war. Durch den Doppeltank gab es zwei Einf├╝ll├Âffnungen. Der Tank hatte mittlerweile Vakuum gezogen, sodass der Sprit Anfangs gar nicht hineinwollte. Gemeinsam schafften wir es dann doch den Diesel ins Auto zu bekommen. Er startete auch ohne Problem und wir machten uns auf den Weg die restlichen 150 KM auf uns zu nehmen. Es wurde bereits dunkel. 
Als wir wieder an dem Shop ankamen, was auch die Dorfkneipe war, bedankten wir uns mit einem gro├čz├╝gigen Trinkgeld bei den Jungs, nahmen noch einen kleinen Sundowner und begaben uns auf die Fahrt nach Opuwo. Es war stockdunkel. Mit h├Âchster Konzentration fuhren wir dann die verbleibenden 110 KM bis zu unserer Lodge. Wir sahen immer wieder Springb├Âcke und Co am Strassenrand stehen. Ein Auto ohne Licht kam uns entgegen, was fast einen Unfall verursacht h├Ątte, aber Gott sei Dank ist nichts passiert. Gegen 2200 Uhr erreichten wir dann erleichtert und froh unsere Lodge. Alle waren froh als sie uns wiedersahen. Nach einem k├╝hlen Bier und Gintonic (Malaria Prophylaxe) gingen wir dann  m├╝de in unsere Betten. Morgen besuchen wir die Himbas, was immer wieder ein H├Âhepunkt dieser Reise ist, daf├╝r auch der Name hautnah!
Freue ich bereits sehr darauf. Bis morgen Euer J├Ârg Scharff